Aktionsbündnis für faire Verlage

Es gibt Verlage, welche die Schriftsteller zur Kasse beten und selbst kein unternehmerisches Risiko tragen. Dies obwohl ein professionell geführter Verlag klassischer Weise zwei Pflichten zu erfüllen hat: nämlich ein Buch auf eigene Kosten herzustellen und zu vertreiben. Nun gibt es aber Verlage, so genannte «Druckkostenzuschussverlage» oder «Selbstzahlerverlage», die dieses verlegerische Prinzip umkehren: Statt den Schriftstellern ein Honorar für ihre künstlerische Leistung zu bezahlen, überbinden sie diesen gleich auch noch die Kosten für die Herstellung des Buches. Dabei bleiben oftmals die sorgfältige Herstellung inklusive professionelles Lektorat oder auch der professionelle Vertrieb auf der Strecke. Deshalb haben Schriftstellerverbände aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, so auch der AdS, am 23. April 2008 zum Auftakt einer langfristig angelegten Kampagne mit einer «Fairlag-Erklärung» reagiert und fordern die Einhaltung von verlegerischen Grundsätzen und Vertragsstandards. Die Erklärung richtet sich an Verlage, welche diese missachten und die Worturheber gleichsam enteignen.

Der AdS betont, dass nicht jeder Verlag, der mit Zuschüssen publiziert, ein unseriöser Druckkostenzuschussverlag ist. Es geht auch nicht darum, die unterschiedlichen Buchfinanzierungsmodelle auf ihre moralische Vertretbarkeit hin zu überprüfen. Der AdS möchte Autorinnen und Autoren aufklären, wie sie bei der Verlagssuche – trotz dem Verlangen, ihr Manuskript endlich veröffentlichen zu können – Gefahren, Risiken und Stolpersteine erkennen, um später vielleicht nicht mehr rückgängig machbare Fehlentscheidungen vermeiden zu können. In diesem Sinne appelliert der Verband an die Eigenverantwortlichkeit der Schreibenden und empfiehlt, sich vor Abschluss eines Vertrages kundig zu machen, was welche Angebote, Versprechungen und Abmachungen wirklich bedeuten. Darüber hinaus existieren Musterverträge sowie weitere Hilfsmittel, die von den Autorenverbänden zumeist auf dem Internet kostenlos zur Verfügung gestellt werden, unter anderem auf www.a-d-s.ch/home/?id=408.

Der AdS plant in den nächsten Monaten weitere Massnahmen, zum Teil wiederum in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, um für das Thema weiter und breiter zu sensibilisieren. Ein wichtiger Schritt wird auch die Ausdehnung der Aktion in weitere Sprachräume sein, was dem mehrsprachigen Verband AdS besonders wichtig ist. Weitere Informationen zum Aktionsbündnis finden sich auf www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com und Fairlag-Erkläerung

 

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